Erschienen in Garten Flora, Ausgabe 07/2016


Katzen knabbern an Pflanzen. Sei es um die bei der Fellpflege herunter geschluckten Haare loszuwerden oder als grüner Snack zwischendurch. In der freien Natur genauso wie in der Wohnungshaltung. Allerdings sind nicht alle Pflanzen ungefährlich und selbst diejenigen, welche zum Knabbern angeboten werden können zu gesundheitlichen Schwierigkeiten führen. Als Katzen- und Pflanzenfreund tut man gut daran sich ein klein wenig näher mit diesem Thema zu beschäftigen.

Es geht so oft gut. Die Katze knabbert an einer Pflanze und nichts passiert, außer dass sie ihre Haarballen wieder herauswürgt. Und das ist auch gut so, denn kommen die Fellknäule nicht heraus, können sie auch einmal schwer im Magen liegen. Allerdings gibt es auch den Fall, dass Mieze eine ungeeignete Pflanze beim Knabbern erwischt. Die Folgen reichen von Pflanzenteilen, die in Hals- und Rachenraum steckenbleiben und dort zu Entzündungen führen bis hin zu Vergiftungen. Entgegen der landläufigen Meinung wissen unsere kuscheligen Vierbeiner leider nicht was für sie giftig ist und was nicht.

Schützt Katzengras vor dem Knabbern an anderen Pflanzen?

Katzengras bezeichnet an sich keine besondere Pflanzensorte, sondern ist lediglich ein Sammelbegriff für einige Gräser und Keimgräser, welche für den Katzenverzehr bestimmt sein sollen. Diese werden gerne aufgestellt, um die Vierbeiner von anderen, teilweise giftigen Pflanzen abzuhalten. Leider klappt das nicht immer, denn Langeweile und Neugierde im Katzenhaushalt führen unsere Schnurrer immer wieder in Versuchung. Stark giftige Pflanzen sollten deshalb nie in Reichweite der Katze stehen. Blumenampeln, Regale und andere Sicherheitsmaßnahmen können dann eine Möglichkeit sein Töpfe, Kübel und auch Vasen so unerreichbar aufzustellen, dass sie für die Katze keine Gefahr mehr darstellen. Das Aufstellen von Katzengras allein ist also kein Schutz vor Vergiftungen. Darüber hinaus gibt es auch als Katzengras ausgewiesene Gräser, die sehr scharfkantig sind und bei Verzehr zu inneren Verletzungen führen können.

Wie kommt es, dass das Knabbern an einer giftigen Pflanze ohne Vergiftungsfolgen bleiben kann?

Wenn eine Pflanze beknabbert wurde und es zu keinen offensichtlichen Vergiftungssymptomen wie Durchfall, Speicheln, Erbrechen oder Zittern gekommen ist, gehen viele Halter fälschlicherweise davon aus, dass diese Pflanze dann ungiftig sein muss. Doch das ist leider nicht immer der Fall. Die aufgenommene Menge, also die Dosis, entscheidet darüber ob etwas giftig ist oder nicht. Außerdem gibt es auch gesundheitliche Schädigungen, die nicht sofort bemerkt werden und durch einen schleichenden Vergiftungsprozess über längere Zeit herbeigeführt werden. Eine erwachsene, gesunde Katze zeigt in manchen Fällen erst nach mehrmaliger Pflanzenaufnahme Vergiftungssymptome. Es ist also kein Beweis für die Ungiftigkeit einer Pflanze, wenn die Katze unmittelbar nach dem Fressen keine Vergiftungserscheinungen zeigt. Die Pflanze kann auch dann sehr wohl giftig sein, nur zeigen sich die Symptome erst verspätet.

Kann man einfach auf einer Giftpflanzenliste nachsehen, um zu wissen welche Pflanzen giftig sind und welche nicht?

Giftpflanzenlisten gibt es viele, nur keine davon ist vollständig. Die Pflanzenvielfalt ist einfach zu groß und es gibt unendlich viele Pflanzen, von denen die Wirkung auf Katzen noch gar nicht bekannt ist. Aus diesem Grund reicht eine Pflanzenliste nicht aus, um die Pflanzen in giftig und ungiftig zu unterteilen. Die Giftigkeit ist darüber hinaus je nach Individuum unterschiedlich. Ungiftig für Menschen bedeutet nicht gleichzeitig auch ungiftig für Katzen.

Was können Pflanzenfreunde tun um ihre Katzen vor Vergiftungen zu schützen?

Hilfreich ist es seine Katzen gut zu kennen. Der folgende Kurzcheck ermöglicht das Risiko einzuschätzen um, falls notwendig, weitere Maßnahmen zu ergreifen:

  1. Ist Ihre Katze eine Einzelkatze?
  2. Ist die Katze eine reine Wohnungskatze?
  3. Ist die Katze eine Langhaar- oder Halblanghaarkatze und neigt zu Haarballen?
  4. Stehen unbekannte oder giftige Pflanzen in der Wohnung oder auf dem Balkon?
  5. Haben Sie unbekannte oder giftige Pflanzen mit grasähnlichen Blättern?
  6. Dekorieren Sie Ihre Wohnung gerne mit Schnittblumen in der Vase, die für die Katzen erreichbar sind?
  7. Knabbert Ihre Katze gelegentlich an Pflanzen?
  8. Ist Ihre Katze oft allein?

Je mehr Fragen Sie mit „JA“ beantwortet haben, um so höher ist das Vergiftungsrisiko für Ihre Katze. Dieser Kurzcheck ist freilich nur als Faustregel zu betrachten, denn auch bei niedrigem Vergiftungsrisiko bleibt die Gefahr bestehen, dass sich die Katze vergiften könnte. Haben Sie jedoch ein erhöhtes Vergiftungsrisiko festgestellt, sollten Sie geeignete Maßnahmen ergreifen, um das Risiko zu minimieren.

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