Erschienen im TierBlättla, Ausgabe 29/2016

Wie kann man verhindern, dass Katzen Jagd auf Bienen oder andere Insekten machen?

Wirklich verhindern kann man das in den meisten Fällen nicht. Aber es gibt ein paar Dinge die man zumindest für Wohnungskatzen bei der Einrichtung seines Katzenbalkons berücksichtigen kann. Grundsätzlich gilt: Sieht man, dass seine Katze mit einer Wespe oder Biene spielt, sollte man das Spiel beenden indem man seine Katze ablenkt oder in die Wohnung holt. Zu guter Letzt wird eine ausgelastete Katze tendenziell eher weniger auf Insektenjagd gehen, als eine Katze welcher es an Abwechslung und Anregung fehlt.

Was kann man auf dem Katzenbalkon machen, um die Gefahr eines Bienen- oder Wespenstichs zu minimieren?

Ein bunt bepflanzter Balkon ist auch für Katzen eine feine Sache. Ist es allerdings so, dass eine Katze trotz negativer Erfahrungen immer und immer wieder gestochen wird, kann man die Bepflanzung dahingehend optimieren. Beliebte Bienenpflanzen, wie zum Beispiel Lavendel, sollten dann lieber im Vorgarten ihren Platz finden, um nicht unnötig noch mehr Bienen auf den Katzenbalkon zu locken. Darüber hinaus kann man eher auf Grünpflanzen ganz ohne Blüten setzen oder Sorten mit gefüllten Blüten nutzen, da diese für Bienen zur Futteraufnahme unattraktiver sind. Auch die Farbauswahl der Blüten soll eine Rolle spielen. Gelbe, blaue, weiße und violette Blüten sollen Bienen stärker anlocken als orangefarbene und rote Blüten. Außerdem locken auch duftende Blüten die Bienen an. Da Bienen jede Unterstützung gebrauchen können, sollte man bei Gegenmaßnahmen auf dem Balkon fairerweise im Garten ein paar bienenfreundliche Pflanzen einsetzen. Wespen lassen sich recht gut mit einem „künstlichen Wespennest“ abhalten.

Was ist ein „künstliches Wespennest“ und funktioniert es wirklich?

Ich habe es auf einem Gartenmarkt entdeckt und sofort ausprobiert, da ich grundsätzlich kein Gift oder irgendwelche Fallen einsetze. Es ist eine Art grauer Beutel aus Zellstoff, der in seiner Form einem echten Wespennest ähnelt. Dieses gaukelt den herbeifliegenden Tieren vor, dass das Revier bereits belegt ist, so dass sie sich woanders umschauen. Es kommt sicherlich auf die individuellen Bedingungen vor Ort an, wie gut oder schlecht es mit dieser Attrappe klappt. Und man kann mit einem einzelnen Wespennest natürlich keinen beliebig großen Bereich absichern. In diesem Fall benötigt man schon mehrere Wespennester. Ein guter Platz ist zum Beispiel direkt unter dem Sonnenschirm. Bei uns funktioniert es wirklich prima und wir haben kaum noch Wespen aus dem Katzenbalkon. Die friedlichen Hummeln lassen sich davon übrigens nicht beeindrucken und kommen trotzdem.

Was muss ich tun, wenn meine Katze von einer Biene oder Wespe gestochen wurde und woran erkenne ich es?

Oft bekommt man es gar nicht so richtig mit, wenn die Katze gestochen wurde. Erster Hinweis ist oft das Pfötchenschütteln und Ablecken der Pfote, bis man schließlich eine Schwellung erkennen kann. Steckt der Stachel im Falle eines Bienenstiches noch, sollte dieser vorsichtig, ohne zu drücken, entfernt werden. Dann kann ein kalter Umschlag helfen oder eine Wasserschale mit Eis zum Pfoteln und Kühlen. Bei starker Schwellung (eine Pfote kann ohne weiteres auf bis zur dreifachen Größe Anschwellen) oder anderen Symptomen heißt es ab zum Tierarzt. Wird beobachtet, dass eine Katze nach dem Spiel mit einem Insekt versucht sich mit den Pfoten etwas aus dem Maul herauszukratzen, sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Ein Stich in der Mundhöhle kann wie bei uns Menschen schnell lebensbedrohlich werden. Ist man sicher, dass eine Biene oder Wespe verschluckt wurde ist auch ohne Symptome der Gang zum Tierarzt notwendig. Sind bereits Symptome erkennbar, ist es ratsam bereits von unterwegs den Tierarzt zu informieren, damit er bei Ankunft schnell handeln kann.

Gibt es ein „Anti-Insekten-Spray“ für Katzen?

Es gibt diverse Mittel zur Abwehr von Flöhen und anderen Parasiten. Aber bei Bienen geht es ja an sich nicht um die Abwehr der Bienen selbst, sondern darum, dass die Katze nach den Bienen pfotelt und diese jagd. In diesem Zusammenhang sollte man berücksichtigen, dass zum Beispiel für Menschen gedachte Abwehrmittel oder „natürliche“ Hausmittel für die Anwendung an Katzen nicht geeignet sind und sogar lebensgefährlich sein können. Denn der Organismus der Katze reagiert in vielerlei Hinsicht anders als der von Menschen oder auch der von Hunden. Also bloß keine Experimente mit ätherischen Ölen und anderen Substanzen, die nicht für Katzen gedacht sind. Im Zweifelsfall vor der Verwendung immer erst einen Tierarzt um Rat fragen. Auch wenn im Internet solche Tipps weiter gegeben und als ungefährlich angepriesen werden, sollte man tunlichst die Finger davon lassen. Das Risiko seiner Katze ernsthafte gesundheitliche und sogar lebensbedrohliche Schwierigkeiten einzuhandeln ist einfach zu groß.

Über die Autorin: Sabine Ruthenfranz beschäftigt sich seit vielen Jahren professionell mit den Bedürfnissen von Katzen. Neben dem Betrieb ihrer Internetseiten Katzen-Minze.de und Katzen-Leben.de, berät sie auch Hersteller bei der Produktentwicklung für Katzenzubehör. Darüber hinaus schreibt die mehrfache Buchautorin für die Fachpresse der Heimtierbranche und ist als Dozentin für den Zoofachhandel tätig. Mit dem „Erlebnistag Katze“ hat sie eine Seminarreihe ins Leben gerufen, um Haltern auf angenehme Art und Weise das notwendige Hintergrundwissen für ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Katze zu vermitteln.

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