Bedürfnisse von Wohnungskatzen – die Welt der Katze in vier Wänden

Sie heißen Tiger, Lucky oder Raffaelo, sind von edler Abstammung oder „einfach nur“ Katze. Eines aber haben sie alle gemeinsam: Sie sind liebenswerte Freunde und Familienmitglieder und trotz ihrer Selbständigkeit unglaublich anpassungsfähig.

Pauli im Wohnzimmer

Nicht umsonst ist die Katze das beliebteste Heimtier Deutschlands. Als Lebensgefährte in der Wohnung ohne Freigang gilt es jedoch besonders auf die Bedürfnisse der Katze einzugehen, ist sie doch damit in allen Bereichen ihres Lebensumfelds auf den Menschen angewiesen.

Das Zusammenleben mit Katzen ist eine echte Bereicherung. Sie bringen uns mit drolligen Posen zum Schmunzeln und bezaubern durch ihr umwerfendes Wesen. Sie beeindrucken mit ihrer Intelligenz und trösten mit ihrer Anwesenheit. Und so manches Mal zeigen sie uns wie „Mensch“ sich das Leben leichter machen kann. Geht es ihnen nicht gut, so zeigen Katzen allerdings auch das auf ihre eigene Art und geraten damit schnell in die Schlagzeilen. Unter den 12,9 Mio. Katzen in 22 % der Haushalte in Deutschland (Quelle: IVH 2015) gibt es zweifelsohne jede Menge Katzen, die ihre Kratzbäume und Katzentoiletten benutzen, die gerne spielen und sich streicheln lassen. Aber es ist nun einmal unterhaltsamer sich über Nachbars „Problemkatze“ zu unterhalten, als über die stets vergnügte und verschmuste Mieze von Gegenüber.

Das „Problemverhalten“, welches immer wieder diskutiert wird, ist keine Laune oder gar Bosheit der Katze, sondern zeigt unmissverständlich, dass im Lebensumfeld etwas nicht stimmt oder dass sie krank ist. Mit ein wenig Einfühlungsvermögen und Kenntnissen über die Bedürfnisse der Katze kann Schwierigkeiten vorgebeugt oder das Gleichgewicht im Katzenhaushalt wieder hergestellt werden.

Bei reinen Wohnungskatzen ist es ganz besonders wichtig die Anforderungen der Katze zu berücksichtigen, da die Wohnung unausweichlich zur „ganzen Welt“ für die Katze wird. Katzentoilette, Kratzgelegenheiten und Beschäftigung haben für Wohnungskatzen einen deutlich höheren Stellenwert als für Freigänger, die sich draußen nach alternativen Lösungen für ihre Bedürfnisse umsehen können.

Pauli mit Pfauenfeder

Beschäftigung

Das Spielen mit dem Menschen ist eine wichtige Bereicherung des Katzenalltags – auch dann wenn es Artgenossen zum Spielen gibt. Wer die Beziehung zu seiner Katze verbessern oder pflegen möchte, sollte sich deshalb täglich Zeit für mindestens eine ausgiebige Spielsession nehmen. Denn Clickertraining, Suchspiele und Kletterparcours halten Geist und Körper fit und beugen Langeweile vor.

Dolly entspannt im Katzenkörbchen

Kuschelplätze und Rückzugsorte

Für jede Katze im Katzenhaushalt sollte es ausreichend Kletter- und Versteckmöglichkeiten geben. Sitzgelegenheiten auf Schränken und Regalen bieten eine klasse Aussicht und mit deckenhohen Kratzbäumen kann man dem Kletterbedürfnis entgegen kommen und mehr Raum für die Katze schaffen. Insbesondere scheue Tiere benötigen sichere, am besten höhlenartige Rückzugsorte an denen sie sich geschützt vor Menschen und Artgenossen entspannen können.

Kratztonne

Kratzgelegenheiten

Katzen sollten sich am unteren Teil des Kratzbaums ungehindert ausstrecken können. Deshalb sind Liegemulden am Kratzbaum erst oberhalb dieser Höhe sinnvoll. Eine platzsparende und kostengünstige Variante sind Kratzmatten, die an geeigneten Orten, wie zum Beispiel neben der Tür an der Wand, angebracht werden können. Manche Katzen kratzen zudem lieber flach auf dem Boden.

Pauli am abgesicherten Fenster

Für Frischluft sorgen

Ein freier Platz auf der Fensterbank bietet mit ungehinderter Sicht nach draußen eine willkommene Abwechslung. Durch abgesicherte Fenster oder Balkone bekommen auch Wohnungskatzen frische Luft und Sonne. Etwas Katzengras bereichert die Katzenumgebung durch natürliche Gerüche und sorgt zudem für eine ungefährliche Knabbergelegenheit.

Katzentoilette

Die Katzentoilette ist ein sensibles Thema welches mit Bedacht behandelt werden muss. Größe, Aufstellort, Katzenstreu und Anzahl der Katzentoiletten müssen den Gegebenheiten des Haushalts und dem Individualbedürfnis der Katze angepasst werden.
Bei Unsauberkeit ist neben dem Gesundheitscheck durch den Tierarzt, den es als erstes vorzunehmen gilt, das gesamte Katzenumfeld zu begutachten. Denn Unsauberkeit ist kein Protest oder eine gemeine Laune der Katze. Der Katze geht es dann nicht gut und es gilt schnellstmöglich herauszufinden was dahinter steckt.

Gefahr für Katzen - die Waschmaschine

Gefahren im Haushalt

Kippfenster, heiße Herdplatten und giftige Pflanzen müssen bei Wohnungskatzen ganz besonders gut gesichert oder vermieden werden. Denn gerade in der Wohnung können Katzen aus Langeweile auf dumme Ideen kommen.

Es gibt eine Vielzahl geeigneter Produkte, welche in Kombination mit dem richtigen Unterhaltungsprogramm durch den Menschen die Anforderungen der Katze in der Wohnung erfüllen können. Und das muss weder besonders teuer sein, noch ist es mit einem größeren Platzbedarf verbunden. Viel mehr gilt es ein (stärkeres) Bewusstsein für die Bedürfnisse der Katze zu entwickeln und für ausreichend Unterhaltung und Anregung im Katzenalltag zu sorgen.

Der unglaublichen Anpassungsfähigkeit der Katzen ist es zu verdanken, dass die Wohnungshaltung in so vielen Haushalten problemlos klappt. Wir Menschen stehen deshalb umso mehr in der Pflicht für ein artgerechtes und abwechslungsreiches Lebensumfeld der Katze zu sorgen. Und das dies funktionieren kann, beweisen zahlreiche, harmonische Katzenhaushalte.

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