Unterschiedliche Giftpflanzen, unterschiedlich hohe Risikobereitschaft der Katzenhalter, Pflanzenverwechslungen und ein je nach Umständen recht individuelles Vergiftungsrisiko machen „Katzenpflanzen“ zu einem häufig diskutierten Thema.

Immer wieder entstehen insbesondere rund um die unterschiedliche Risikobereitschaft der einzelnen Halter in Bezug auf Vergiftungen durch Pflanzen Diskussionen. Dabei geraten die jeweiligen Lebensumstände gerne in Vergessenheit, Äpfel werden mit Birnen verglichen und schnell sind die Fronten derart verhärtet, dass das eigentliche Thema oder die eigentliche Frage ins Hintertreffen gerät.

Dolly knabbert am Katzengras

Damit ist keinem geholfen, schon gar nicht den Katzen. Und ich finde es unglaublich schade. Denn meist ist es ja erfreulicherweise so, dass wir Katzenhalter ALLE nur das Beste für unsere Katze wollen. Aber wir sind nun einmal auch ALLE unterschiedlich. Auch unterschiedlich besorgt und unterschiedlich fürsorglich. Außerdem entstehen vor allem in den sozialen Medien nun einmal schnell Missverständnisse und man kann dort nicht so einfach auf persönliche Eigenarten und Empfindlichkeiten eingehen. Ein Grund, weshalb ich mich lieber mit einem Artikel wie diesem hier zu Wort melden möchte.

Giftpflanzen und Katzen – ein komplexes Thema

Wer sich mit Katzen und Pflanzen auseinandersetzt hat sicher schon bemerkt wie vielschichtig und umfangreich dieses Thema ist. In meinen Büchern „Katzenpflanzen“ und „Katzenbalkon“ habe ich versucht einen grundlegenden Überblick zu verschaffen und die Risiken, ohne dabei Panik zu verursachen (!), aufzudecken. Mir geht es dabei in erster Linie um Aufklärung zum Wohle und zum Schutz der Katzen im Allgemeinen. Denn eines ist Klar: Das Knabbern an Pflanzen ist ein natürliches Bedürfnis unserer Samtpfoten!

Die jeweiligen Lebensumstände sind mit entscheidend

Die jeweiligen Lebensumstände einer Katze wirken maßgeblich auf das individuelle Vergiftungsrisiko ein. So sind zum Beispiel Katzen mit Freigang tendenziell weniger gefährdet sich zu vergiften, als reine Wohnungskatzen. Einerseits, da sie weniger Langeweile haben und andererseits, das sie draußen genügend unbedenkliche Alternativen zum Knabbern vorfinden.

Nichtdestoweniger trotz können sich natürlich auch Katzen mit Freigang an Pflanzen vergiften!

Ich persönlich (und das ist wichtig: ich persönlich!) würde aus diesem Grund immer versuchen die stark giftigen Pflanzen aus meinem Garten, dem Balkon, der Wohnung und somit dem unmittelbaren Katzenumfeld zu entfernen. Auch wenn selbstverständlich direkt in Nachbars Garten giftige Pflanzen stehen können.

Ihr Katzeninstinkt schützt auch Dolly leider nicht vor Giftpflanzen.

Hiermit geht jedoch ein jeder Katzenhalter anders um. Zum Teil auch deshalb, weil manche Katzenhalter sich nicht darüber im Klaren sind, dass Vergiftungen durchaus schnell tödlich ausgehen können. Oder weil sie die stark giftigen Pflanzen nicht kennen. Oder aber weil sie davon überzeugt sind, dass ihre Katze niemals an eine giftige Pflanze gehen würde und auf den „Instinkt“ der Katze vertrauen.

  • Leider ist gewiss, dass der Instinkt Katze sie ganz sicher NICHT vom Beknabbern giftiger Pflanzen (und auch anderer giftiger Dinge) abhält und somit nicht vor Vergiftungen schützt.
  • Das Verhalten einer jeden Katze kann sich zu jeder Zeit ändern und bislang uninteressante Dinge interessant werden lassen, so dass bisher unbeachtete Giftpflanzen im Fokus stehen.
  • Nicht zu unterschätzen ist auch ein mögliches Risiko durch indirekte Aufnahme von giftigen Pflanzenteilen, wie zum Beispiel durch trockene Blätter im Fell, die beim Putzen aufgenommen werden.

Und jetzt komme ich wieder zum Kern der Sache:

Wenn es sich also um stark (!) giftige Pflanzen handelt, kann unter Umständen nur ein kleines Blatt oder gar nur der Blütenstaub im Fell der Katze zum Verhängnis werden. Und genau das gilt es meiner Meinung nach in seinem direkten Umfeld, dort wo man eben eingreifen kann, zu verhindern. Keine Panikmache, keine Übertreibung, nur eine einfach umzusetzende Vorsichtsmaßnahme, um seine geliebte Katze zu schützen. Wie hoch die eigene Risikobereitschaft ist, bleibt unter’m Strich jedem Katzenhalter selbst überlassen. Das ist so wie mit Fahrradfahren ohne Helm 😉

PS: Ich fahre übrigens außerhalb des Straßenverkehrs meistens ohne Helm. Meinen Katzen und Kindern würde ich hingegen immer einen aufsetzen… 😉

Und, wie handhabst du es mit Risiken im Katzenhaushalt?

Wie immer freue ich mich über deinen Kommentar, direkt hier unter dem Artikel oder per E-Mail an: miau@cat-competence.de