Bereits vor dem Einzug meiner Katze Dolly wollte ich unbedingt wissen, welche Pflanzen für unseren Katzenhaushalt geeignet sind. Mir war schon damals bewusst, dass es unzählige Pflanzen gibt, die auch für Katzen eine große Gefahr darstellen können. Denn das Thema Gift-/Pflanzen wurde mir schon in Kindertagen durch meine Großmutter eindrucksvoll näher gebracht. Sie war gelernte Gärtnerin – ich unwissend und extrem neugierig.

Der Ursprung meiner Leidenschaft

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich den Fingerhut in unserem Garten entdeckt und fasziniert die Hummeln beim ein- und ausfliegen beobachtet habe. Wie ich dann einen Fingerhut „aufgesetzt“ – also meine noch winzigen Finger in die giftigen Blüten gesteckt habe. Und wie  meine Omi wie die Feuerwehr angerannt kam, als sie mich dabei entdeckt hatte. Das war einer meiner ersten Kontakte zu Giftpflanzen. Kurz darauf legte meine Oma für mich einen mini Garten mit ungiftigen Pflanzen an, in dem ich mich austoben konnte.

Meine ganze Kindheit über hatte ich den Luxus von meiner Oma lernen zu können. Eintopfen, umtopfen, aussäen, pikieren, vermehren, zurückschneiden, Kränze binden, Gestecke machen, Blüten trocknen, Schädlinge kennenlernen, Pflanzen überwintern, die Natur draußen entdecken… Jetzt wo ich darüber nachdenke, fällt mir immer mehr ein. Wir besuchten regelmäßig Gartenmärkte, blätterten gemeinsam in Pflanzenzeitschriften und, und und.

Das Thema Katzenpflanzen verstehen

Ich begann vor vielen Jahren mich näher mit Pflanzen für Katzen zu beschäftigen und musste feststellen, dass dieses Thema gar nicht so einfach ist. Mittlerweile liegen weit über 10 Jahre Recherchearbeit und zwei Buchveröffentlichungen zum Thema (Katzenpflanzen und Katzenbalkon) hinter mir. Und ich entdecke immer noch ständig neue, spannende, faszinierende, verwirrende, aber auch hilfreiche Pflanzeninformationen. Für viele dieser Erkenntnisse muss man sich schon sehr, sehr gerne mit Pflanzen beschäftigen, um sie zu verstehen und daraus seine Schlüsse ziehen zu können. Aber ich versuche immer wieder daraus alltagstaugliche und auch für nicht-Pflanzen-Enthusiasten anwendbare Tipps und Hinweise zu formulieren. Dazu steigen nicht selten kleine Rauchwölkchen aus meinem Kopf auf. Denn es muss nicht nur möglichst leicht verständlich sein. Sondern ich versuche bei den Formulierungen auch besonders sorgfältig zu sein, dass Missverständnisse vermieden werden.

Die Hintergründe sind entscheidend

Wenn man als Katzenhalter einfach nur eine (Gift-)Pflanzenliste von irgendwoher nutzt, läuft man leicht Gefahr die falschen Entscheidungen für sich und seine Katze zu treffen. Viele der Listen enthalten Fehler. Ungiftige Pflanzen werden als giftig deklariert. Und viel schlimmer: Giftpflanzen als ungiftig dargestellt. Darüber hinaus gibt es keine (wirklich keine!!!) vollständige Giftpflanzenliste. Das Internet ist voll mit solch unsinnigen Listen. Außerdem gibt es noch einen weit verbreiteten Irrtum: Heilkräuter und Kräuter, welche in der Phytotherapie Anwendung finden, aber auch Bachblüten, ja sogar Futterpflanzen sind nicht perse ungiftig. Die Dosis macht das Gift!

Richtige Entscheidungen treffen

Aus diesem Grund appelliere ich an alle Katzenhalter, nicht nur einfach auf irgendwelche (falsch) voneinander abgeschriebenen Listen zu vertrauen. Es ist wichtig zu verstehen, warum es bei Pflanzen (für Katzen) keine allumfassende Liste geben kann. Und auch, dass nahezu jede Pflanzenempfehlung im Kontext zum eignen Haushalt und zur eigenen Katze betrachtet werden muss. Vorlieben, Gewohnheiten und Lebensbedingungen der individuellen Katze auf der einen Seite. Und Herkunft, Wachstumsbedingungen und Eignung der Pflanzen auf der anderen Seite.

Heute habe ich nach einem über 6-stündigen Fotoshooting ganze 553 Pflanzenfotos katalogisiert. Ein echter Gewaltakt. Auch gab es in dieser Woche wieder einige Rückfragen von besorgten Katzenhalter, die es zu beantworten galt. Aber ich mache es gerne. Denn das Thema Katzenpflanzen liegt mir nach wie vor am Herzen 🙂