Unterwegs für das Branchen forum Zoo & Garten – veröffentlicht in Ausgabe 05/2012

Auf der „Verdener Konferenz zur Mensch-Tier-Beziehung“ im neuen Mars Veranstaltungszentrum

Unter dem Titel „Heimtiere im Jahre 2020 – Zukunftsperspektiven für Forschung und Praxis“ diskutierten  am 23. und 24. März über 100 Wissenschaftler und Experten über die Bedeutung der Heimtiere in der Gesellschaft.  Neben neuen Forschungsergebnissen, wurden auch erfolgreiche Anwendungsbeispiele aus der Praxis, sowie neue Perspektiven für die Zusammenarbeit mit Tieren thematisiert. Die Fachkonferenz, welche anlässlich der Eröffnung des neuen Mars Conference Centers veranstaltet wurde, verdeutlichte mit den ausgewählten Vorträgen die wachsende Rolle der Heimtiere in Bezug auf die Mensch-Tier-Beziehung.

Die Eröffnung des Veranstaltungszentrums fand schon im letzten Jahr mit einer Feierstunde für die Belegschaft von Mars Petcare statt. Geschäftsführer Loïc Moutault ging bereits in der Eröffnungsrede im November 2011 auf die Chancen ein zukünftig ein besserer Gastgeber zu Themen rund um die Förderung der Mensch-Tier-Beziehung zu sein. Gute Organisation und hochkarätige Referenten der „1. Verdener Konferenz zur Mensch-Tier-Beziehung“ haben dazu beigetragen dieses Vorhaben zu bestätigen.
Nach Begrüßung durch Loïc Moutlat und einem Grußwort des Verdener Bürgermeisters Lutz Brockmann, startete die Konferenz mit einem Vortrag von Prof. Dr. Kurt Kotrschal. Kotrschal, der seit 1990 Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle für Ethologie in Österreich ist, widmete seinen Vortrag der Zukunft der interdisziplinären Wissenschaft der Mensch-Tier-Beziehung und gab einen Überblick über strukturelle und thematische Entwicklungen.

Mit dem Titel „Die Zukunft beginnt morgen – der Wandel dauert etwas länger“ präsentierte Robert Haller, Head of Consumer & Market von Mars Petcare Europe, einen Blick auf die Zukunft. Die Mischung aus recherchierten Erfindungen und Trends lieferte einen Einblick, wie Mars Petcare die sich verändernden Bedürfnisse und Wünsche der Tierhalter beleuchtet. Einige der präsentierten Rechercheergebnisse, wie zum Beispiel  das „Schließfach für Hunde am Supermarkt“ als Verwahrstation für Vierbeiner, wurden vom Publikum mit großem Raunen aufgenommen. Denn eines wurde klar: Die sich entwickelnden Trends sind nicht unbedingt alle im Sinne der Tiere. Aber alle Hersteller von Tierprodukten sind dazu aufgerufen die Trendentwicklungen im Sinne der Tiere zu beeinflussen.
Die anschließende Kaffeepause bot Gelegenheit sich auszutauschen und auch sich mit den ausstellenden Organisationen für tiergestützte Therapien in Kontakt zu treten. Das Institut für soziales Lernen mit Tieren aus der Wedemark, Hunde für Handicaps aus Berlin und Tiere helfen Menschen aus Würzburg, waren mitsamt vierbeinigen Helfern vertreten.
Tierärztin Dr. Lisa Milella ging in ihrem Vortrag auf die Auswirkungen von Schmerzen auf die Mensch-Tier-Beziehung ein. Wie Heimtierhalter auf akute oder chronische Schmerzen nach der Diagnose bei ihren Tieren reagieren, hinge stark vom Bindungsgrad ab. In einigen Fällen steige die Bindung durch die notwendige Fürsorge, in anderen Fällen nehme sie ab. Den Abschluss des ersten Konferenztages bildete der Vortrag von Dr. Sandra McCune. Die Direktorin des Forschungsprogrammes zur Mensch-Tier-Bindung am Waltham Centre for Pet Nutrition gab Einblicke in die Mensch-Tier-Beziehungsforschung.
Auftakt des zweiten Konferenztages war der Vortrag von Prof. Dr. Dennis Turner. In seinem Vortrag stellte er die kulturellen Unterschiede in der Einstellung zu Heimtieren, der Mensch-Tier-Beziehung und des Tierschutzes anhand seiner Forschungsergebnisse vor. Mit Untersuchungen an erwachsenen Menschen in 12 Ländern, die unterschiedliche religiöse Traditionen repräsentieren, erforschte er die Veränderung der Einstellungen zum Beispiel bei Wechsel des Wohnsitzes (Auswanderer). Zudem dokumentierte er zufällige Begegnungen zwischen Mensch und Tier auf der Straße.
Prof. Dr. Henri Julius und Dr. Andrea Beetz erläuterten anhand einer internationalen Studie im Anschluss die Stressreduktion durch Hundekontakt bei Kindern. Die Ergebnisse verdeutlichten die positive Wirkung von Hunden auf Kinder. Je mehr die Probandenkinder den Hund im Testverfahren streichelten desto mehr wurde der Stress der Kinder reduziert.
Dr. Sandra McCune widmete sich in ihrem zweiten Vortrag den gesundheitlichen Vorteilen der Tier-Mensch-Beziehung. Untersuchungen zu Folge würden insbesondere Hundebesitzer mit weniger gesundheitlichen Beschwerden und einer höheren körperlichen Aktivität assoziiert. Weitere Forschungen sollen den tatsächlichen Zusammenhang zwischen Hundehaltung und Gesundheit erforschen.
Abschließend berichtete Prof. Dr. Kerstin Uvnäs-Moberg über die Auswirkungen der Endokrinologie auf die zukünftige Forschung von Mensch-Tier-Beziehungen. Die schwedische Wissenschaftlerin berichtete über die Auswirkungen des Hormons Oxytocin, welches bei positiven, sozialen Interaktionen (auch mit einem Tier) freigesetzt wird und wirkungsvolle Anti-Stress-Effekte induziert.
Alle Vorträge hatten gemein, dass sie aus unterschiedlichen Perspektiven die große Bedeutung von Heimtieren jetzt und in der Zukunft darlegten. Eine Tatsache die für die Heimtierbranche sicher viele positive Aspekte, aber auch mehr Verantwortung mit sich bringt. Denn längst geht es nicht mehr nur darum ein Tier artgerecht zu halten, sondern auch das Miteinander zwischen Mensch und Tier zu fördern und zu unterstützen.

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